Kann man mit Schokolade abnehmen?

Kann man mit Schokolade abnehmen?

Durch einen interessanten Beitrag auf ergo-log.com kam ich zu der Frage, ob man mit Schokolade abnehmen kann. Und die Antwort lässt sich mit einem klaren JA beantworten. Schokoladensüchtige werden sich freuen. Nun das große ABER: Ich rede nicht von weißer oder Vollmilch-Schokolade, sondern der eigentlichen Grundzutat der Schokolade: KAKAO!

Schokolade besteht zum Großteil aus Kakao. Die Studie auf die ich mich beziehe hat den Namen „Cocoa boosts NO = Kakao fördert NO.


Was ist NO und was hat das mit Abnehmen zu tun?

⇒ NO steht für Stickstoffmonoxid.

Stickstoffmonoxid erweitert die Blutgefäße und senkt dadurch den Blutdruck. Eine gute Durchblutung ist für eine Gewichtsabnahme auf jeden Fall von Vorteil, besonders für Problemzonen. In einem Artikel von edubily wird die Wichtigkeit von NO schön erläutert und sollte nicht nur wegen eines Gewichtverlusts „gepflegt“ werden. Will man aber bspw. abnehmen und sich den Fettabbau erleichtern, sollte genügend NO (eNOS) im Blut sein:

⇒ „NO steigert die Fettfreisetzung aus dem Fettgewebe.“

Ohne NO kann es zu Übergewicht und schlechten Blutfett-Werten kommen. Somit ist Stickstoffmonoxid wichtig für die allgemeine Gesundheit des Körpers. Es soll sogar präventiv gegen Krebs wirken.

⇒ Stickstoffmonoxid (NO), Retinsäure aus Vitamin A (auch sog. Retinol) und das aktive Schilddrüsenhormon T3 haben neben bestimmter Hormone den größten Einfluss auf die Entwicklung unserer Fettzellen, vor allem auf das „hartnäckige“ braune Fettgewebe.

! Damit NO ausreichend entstehen kann, müssen ausreichende Citrullin- und Folsäure-Werte im Blut sein !

Folsäure hilft gegen Depressionen und Antriebslosigkeit, schützt die Gefäße und hält den Stoffwechsel am Laufen über… NO

Sind ausreichend gute Folsäure Werte da, kann man die NO-Konzentration im Blut noch um das 10-fache steigern mit der Aminosäure Arginin durch die Hilfe eines Enzyms.

⇒ NO wird nur aus L-Arginin synthetisiert.

Allerdings lässt sich laut dem oben genannten Artikel durch die Einnahme von Citrullin eine höhere Konzentration von Arginin im Blut schaffen als die direkte Gabe von Arginin.

Citrullin steigert also die Arginin-Werte im Blut stärker als das Arginin selbst, wodurch eine Citrullin-Einnahme vorteilhafter ist. L-Arginin bzw. L-Citrullin werden häufig als sogenannte Trainingsbooster eingesetzt in Form von NO Supplementen. Doch auch nicht nur zu Trainingszwecken wäre eine Ergänzung vorteilhaft, sondern wie schon erwähnt zur Steigerung von NO.

Doch jetzt wieder zurück zur Schokolade: Gute NO Werte allein, könnten also schon beim Abnehmen helfen. Kakao kann diesen Prozess unterstützen.

Wie viel Schokolade beim Abnehmen hilft?

Laut der Studie lautet 6 g dunkle Schokolade pro Tag die Zauberzahl:

„A mere six grams a day of dark chocolate can help reduce high blood pressure
in older men and women. The thirty milligrams of polyphenols
 contained in this amount of chocolate helps lower their blood pressure,
researchers at the university hospital in Cologne, Germany discovered.“

⇒ 6 g dunkle Schokolade reduzieren hohen Blutdruck bei älteren Männern und Frauen. Die Probanden bekamen täglich 6 g dunkle Schokolade für 18 Wochen. In dieser Zeit sank deren systolischer* Blutdruck um 3 mmHg und der diastolische* Blutdruck sank um 2 mmHg.

*Systole = medizinischer Fachbegriff für die Phase des Pumpvorgangs, in der sich das Herz zusammenzieht und Blut auswirft. Systole (griechisch) = das Zusammenziehen) / *Diastole (griechisch) = die Ausdehnung

Die Forscher vermuten, dass die Polyphenole im Kakao die NO-Produktion steigerte, was zu erweiterten Blutgefäßen führte und als Folge der Blutdruck sinkt. Diese Ergebnisse können auch für Sportler interessant sein, die sich mit dem Ziel Muskelaufbau oder Muskelerhalt in einer Diät beschäftigen, da NO Supplemente für das Training und den „Pump“ mittlerweile Gang und Gäbe sind.

Der Wundwirkstoff: Polyphenole

Polyphenole besitzen eine antioxidative Wirkung, können krebsvorbeugend und entzündungshemmend sein. Neben Kakao enthalten auch viele Früchte, Tee und Wein Polyphenole. Diese Stoffe sind verantwortlich für die Farbe des Kakaos.

So gibt es Studien, die ein gehemmtes Wachstum von Krebszellen durch Granatapfel-Polyphenole zeigten (Lansky & Newman, 2007). Regelmäßiger Fruchtsaftkonsum (z.B. Granatapfelsaft) konnte einer Studie nach das Risiko einer Alzheimererkrankung um bis zu 76 % senken dank der Polyphenole (Pozharitskaya et al., 2009). Polyphenole aus Tee und Kakao könnten durch den Zusatz von Milch in ihren Wirkungen behindert werden, weil das Kasein der Milch prolinreich ist.

Jede Schokolade enthält Polyphenole, ausgenommen weiße Schokolade. In Deutschland ist bislang nur ein Produkt besonders hohem Anteil an Polyphenolen, die PURPUR Tafel von Sarotti.

Eine Studie aus der Ernährungs-Umschau vom September 2007 bestätigt, dass der Verzehr von geringen Mengen Schokolade, ähnlich wie z.B. Wein, positive gesundheitliche Wirkungen durch Antioxidanzien haben kann und Kakao eine höhere antioxidative Kapazität als Tee oder Rotwein besitzt.

⇒ Der Konsum von 200 ml Rotwein würde also dem Antioxidatien-Anteil von z. B. 24 g der Lindt Ecuador 75 % entsprechen (siehe hier).

Weitere Inhaltsstoffe von Kakao

100 g 85 %ige Schokolade haben um die 575 Kalorien.

Pro 100 g liefert Schokolade:

  • 280 mg Phosphor
  • 300 mg Magnesium
  • 1.5 mg Kupfer
  • 3 mg Eisen
  • 0.26 mg Nickel
  • 400 mg Kalium
  • 100 mg Chlor
  • 100 mg Calcium
  • 0.2 mg Zink
  • 12 mg Natrium
  • 0.05 mg Fluor
  • 0.005 mg Jod
Weiterhin findet man in Schokolade:

Lecithin, das als Emulgator hinzugefügt wird. In Lecithin ist unter anderem Cholin enthalten. Cholin wirkt sich positiv auf die Gesundheit des Gehirns aus. Meistens handelt es sich dabei um Sojalecithin (siehe 100% schneller Muskeln aufbauen mit Phosphatidsäure).

Flavonoide, die eine angeblich eine blutdrucksenkende Wirkung haben. Doch auch diese Stoffe stecken zum größten Teil in anderen Früchten und Pflanzen wie Erdbeeren und Heidelbeeren.

Weiterhin enthalten ist noch Salsolinol, ein Neurotoxin, das verschiedene Enzyme und Enzymkomplexe hemmt und zu oxidativem Stress führt. Doch eine neurotoxische Wirkung ist bei dem Schokoladenverzehr nicht zu befürchten.

Koffein und Theobromin. Letztere Substanz wirkt stimmungsaufhellend und leicht anregend und nahezu ähnlich wie Koffein. Theobromin ist auch der Grund, warum Hunde und Pferde keine Schokolade essen sollen.

Schokolade ist bekanntlich ein Glücklichmacher. Das Endorphin in der Schokolade verstärkt diesen Effekt zusätzlich und vermittelt zum Teil Zufriedenheit und Glück.

Im Kakao steckt auch das Schwermetall Cadmium, welches vor allem in dunklen Schokoladen nicht unterschätzt werden sollte.

Beim Abnehmen Schokolade essen: Wie soll ich‘s anstellen?

Je höher der Kakaoanteil, desto geringer der Anteil an Kakaobutter und Zucker. Es sollte eine reine, dunkle Schokolade sein (Bitter-, Halb- oder Zartbitterschokolade). Empfehlenswert sind Schokoladen mit einem Kakaogehalt über 70 %. Natürlich gehört zum Abnehmen mehr dazu sich nur auf ein Lebensmittel zu beschränken. Eine Mono-Diät durchzuführen ist auf Dauer gefährlich und führt letzten Endes zum Jojo Effekt! Denn wie so oft: Die Dosis macht das Gift.

Außerdem wissen wir nun, dass Schokolade glücklich macht und zudem als kleiner psychologischer Helfer dient z.B. als Belohnung oder Nervennahrung zu genießen. Das trägt zur Zufriedenheit bei und beugt Heißhunger vor.

Du könntest zum Beispiel nach jeden Abend ein Stück dunkle Schokolade essen (Kakaoanteil über 70 %). Wenn sie dir nicht schmeckt, kannst du auch stark entöltes Kakaopulver verwenden und mit 5 bis 10 g Kakaopulver in Wasser und Süßstoff zu einem Kakao machen. Das ist sogar noch effektiver.


Weitere Tipps zum Abnehmen und wie du diese mit Schokolade verbinden kannst findest du hier: Ernährungstipps zum Abnehmen.

Was Schokolade alles kann! – Viel Spaß beim Naschen und „boosten“ ;-)

2 Gedanken zu „Kann man mit Schokolade abnehmen?

  1. Dass dunkle Schokolade durch die enthaltenen Polyphenole solch eine günstige Auswirkung auf die Stickstoffmonoxidproduktion hat, wusste ich noch gar nicht. Wenn ich mal Schokolade esse, ist es meist die dunkle, allerdings eher aufgrund des höheren Anteils an Antioxidantien und des geringeren Zuckeranteils. Die PurPur Schokolade kenne ich bisher noch nicht, aber zumindest die Schokoladen mit 75 % Kakaoanteil sind für mich trotz wenig Zucker noch gut genießbar gewesen.

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