Leber entgiften – Phase 1 & 2

Nicht nur der Bauch ist bei manchen über die Weihnachtsfeiertage gewachsen – auch die Leber muss immer viel aushalten: Alkohol, Zucker, schlechte Fette, Medikamente oder andere Chemikalien und schädliche Stoffe. Denn dieses wichtige Organ ist die erste Anlaufstelle bei der Entgiftung des Körpers.

Jegliche Abfall- und Stoffwechselprodukte werden von der Leber umgewandelt und mit Hilfe von Galle und Nieren ausgeschieden. Gelangen Giftstoffe nicht mehr raus und werden abgelagert, ist das ein Zeichen der Überlastung unseres Entgiftungsorgans. Dies zeigt sich bei uns dann in Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Solche Leberprobleme und weitere häufige Erkrankungen sowie Beschwerden, wenn die Leber kaputt ist (z.B. Gelbsucht, Leberzirrhose, Fettleber, Diabetes-Risiko, Juckreiz, Cholesterin) können mit einer regelmäßigen, langfristigen Leberreinigung vorgebeugt werden und die Gesundheit insgesamt verbessern.

Also Zeit den Müll rauszubringen und mit dem Frühjahrputz zu beginnen!

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Leber Detox verstehen

Grob gesagt unterscheiden wir 2 Phasen (eigentlich 3) im Prozess der Leberentgiftung.

Toxine aus unserer Umwelt oder in der Ernährung gelangen zuerst in das P-450 Cytochrom System der Leber (Phase 1) und werden hier entweder direkt neutralisiert oder in weitere Teile zerkleinert. Die zerkleinerten Teilchen sind weit weniger schädlich für uns. Diese kleinen Fragmente oder neutralen Teilchen wandern dann weiter in die zweite Entgiftungsphase, in der sie von fett- zu wasserlöslich verwandelt werden.

Im Enzym-System der Phase 2 werden sie an Moleküle wie z.B. Glutathion gebunden, wodurch ein neues, unschädliches Molekül entsteht. Die anfangs eingegangenen Gifte wurden damit unschädlich gemacht und können letztlich vom Körper ausgeschieden werden. Phase 3 umfasst bestimmte Reaktionen für Transportvorgänge über den Blutkreislauf, Lymphsystem sowie Transportproteine.

Antioxidantien schützen uns

Die zur Neutralisation der Toxine notwendigen chemischen Reaktionen (z.B. Oxidation, Reduktion, Hydrolyse) in Phase 1 erzeugen zudem freie Radikale, welche im Übermaß die Leberzellen schädigen können.

Antioxidantien (z.B. Vitamin C) reduzieren den Schaden der freien Radikale erheblich! Fehlen diese Schützlinge, so sind die giftigen Chemikalien für uns noch gefährlicher. Einige relativ harmlose Toxine können sogar in krebserregende Substanzen umgewandelt werden, wenn antioxidative Stoffe fehlen.

Beide Entgiftungsphasen können einerseits ineffizient oder andererseits mit Giftstoffen „überladen“ sein. Eine besonders schädliche Kombination stellt eine Überladung von Toxinen in Phase 1 mit einer ineffizienten Phase 2 dar (bei kranken Menschen). In einigen Fällen wird angenommen, dass diese Kombination die Ursache für ausgeprägte Umweltsensitivitäten, Arzneimittel-Intoleranzen und Wechselwirkungen ist. Diese Kombi ist oft von chronischer Müdigkeit gekennzeichnet und charakterisiert Fibromyalgie-Patienten.

Leber und Kaffee

Unser heiß geliebter Kaffee enthält Koffein und ist ein klassisches Beispiel für eine Substanz, die direkt in Phase 1 neutralisiert wird. Eine Möglichkeit, um die Aktivität von Phase 1 objektiv zu bestimmen, ist zu messen, wie effizient eine Person Koffein entgiftet.

Menschen mit einer weniger aktiven Entgiftungsphase 1 reagieren sehr sensibel auf Koffein, Gerüchen wie Parfum und haben scheinbar ein erhöhtes Risiko für Lebererkrankungen – während diejenigen mit einem überaktiven Entgiftungssystem der Leber kaum etwas von Kaffee bzw. Koffein Nebenwirkungen merken (wie bspw. Zittern, Nervosität, Schwitzen etc.).

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Der Koffein-Test kann somit überraschende Ergebnisse liefern, wie gut man selbst entgiftet.

Wie entgifte ich meine Leber?

Es gibt natürlich einige Kuren und noch mehr Hausmittel zum Leber entgiften. Die hier gemeinten „Hausmittel“ sind in erster Linie Lebensmittel für die Leber, welche vor allem nährstoffdicht sind und die Leber unterstützen, ihre Aufgaben zu erfüllen.

Die Basics: Deine tägliche Ernährung sollte deshalb darauf ausgelegt sein, die Leber zu schonen, gesund zu halten und sie bei ihren Aufgaben zu unterstützen. Statt 1-2 Leberkuren im Jahr kommt es eher darauf an, was du jeden Tag so zu dir nimmst bzw. 365 Tage pro Jahr… Na klar gibt es mal die eine oder andere Ausnahme, aber das sollte einem klar werden.

⇒ D.h. auch: Eiweiß hat Priorität

Am besten zu jeder Mahlzeit. Denn Protein treibt den Entgiftungsprozess in der Leber erst so richtig voran.

Sonia C. & Kollegen zeigen, dass eine „high protein diet“ vor einer Fettleber schützen und die Lebergesundheit wiederherstellen kann. Der Proteinanteil bestand dabei aus 35 % der Kalorien (z.B. entspricht das bei 2000 kcal pro Tag ca. 175 g Protein).

ABER: Dennoch spielt die Protein-Art (bzw. Aminosäuren-Zusammensetzung) eine weitere wichtige Rolle. Und Protein allein ist auch wieder nicht die Lösung und muss z.B. mit „Antioxidantien“ kombiniert werden… Aber dazu kommen wir noch.

Darüber hinaus braucht der Darm entsprechende Pflege:

Alles was wir so essen und trinken gelangt erst über unser Verdauungssystem in die Leber. Deshalb wird der Darm auch oftmals als die Pfortader der Leber bezeichnet. Ist die Darmgesundheit allerdings bereits in einem schlechten Zustand, umso mehr Arbeit muss die Leber verrichten.

Um hier einen ersten Ansatz zu finden, sind die richtigen Ballaststoffe sowie die richtigen Darmbakterien wichtig – so könnte bspw. auch mit Pro- & Präbiotika gearbeitet werden. Aber meistens genügt schon viel mehr und regelmäßig Obst & Gemüse.

Allein Laborwerte bzw. Blutuntersuchungen und entsprechende Leberwerten können erste Aufschlüsse geben, welche Nährstoffe fehlen und dafür sorgen, dass die Entgiftung von ganz allein vorangeht. Um die Leber zu heilen, müssen wir ihr generell die Nährstoffe geben die sie braucht – über die Ernährung und manchmal mit der Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln.

Praxis: Welche Nährstoffe braucht die Leber?

Gehen wir Schritt für Schritt durch die beiden Phasen der Leberentgiftung und schauen, welche Substanzen wann benötigt werden:

Leber entgiften Fit-and-Fresh.com Phase 1 und 2
(Eigene Darstellung angelehnt an Bildquelle „Leber“: Wikimedia.org / Liver ; CC Lizenz)

 PHASE I

P-450 Enzyme aktivieren und Toxine neutralisieren oder zerkleinern

Wie oben bereits beschrieben, werden während der ersten Phase Giftstoffe, die wir über unsere Umwelt, Wasser und Nahrungsmittel aufnehmen in weniger gefährliche Substanzen umgewandelt. Hierbei verfügt die Leber über zwei Hauptmechanismen, um Fremdstoffe zu eliminieren. Die Fremdstoffe sind oft lipophil („fettliebend“), d.h. sie müssen erst wasserlöslich gemacht werden. Die dabei anfallenden freien Radikale müssen mit Antioxidantien eingedämmt werden. Zudem sind die Cytochrom P 450 Enzyme abhängig von bestimmten Nährstoffen, damit sie die Entgiftung überhaupt einleiten können.

Substanzen, die den Phase I Detox aktivieren oder induzieren:

Achtung: Der Begriff „induzieren“ kann irreführend sein. Er bezieht sich auf alles, was das System anheizt – sowohl auf die Schädlichen, die verarbeitet werden müssen, als auch auf solche, die nicht schädlich sind und die Entgiftungsprozesse aktivieren.

Die schädlichen Substanzen, die z.T. vermieden werden können (Extra-Arbeit für die Leber):

  • Alkohol, Zigaretten (allg. Drogen), Arzneistoff Phenobarbital, Sulfonamide (in Antibiotika), Steroide
  • „Schlechte“ Nahrungsmittel: schwarz-gebratenes „verkohltes“ Fleisch; einseitige Proteinquellen (z.B. nur Fleisch = zu viel Phosphor) und zu viel Protein, ranzige Fette
  • Umweltgifte: Tetrachlorkohlenstoff; Abgase; Farbdämpfe; Dioxine; Pestizide

Nährstoffe, die beim Detox helfen:

  • B-Vitamine, insbesondere:
    • Riboflavin (Vitamin B2)
    • Niacin (Vitamin B3)
    • Pyridoxin (Vitamin B6)
    • Folsäure (Vitamin B9)
    • Cobalamin (Vitamin B12)

Die B-Vitamine sind mit am wichtigsten, um die Leber zu entgiften. Folsäure und B12 besitzen lipotrope Eigenschaften. D.h. sie sind direkt oder indirekt am Fettstoffwechsel beteiligt und helfen der Leber die Fremdstoffe umzustrukturieren.

milk Leber entgiften, Entgiftungsphase - Fit-and-Fresh.com
Milch & Milchprodukte liefern u.a. B2 & B12

Nahrungsmittel: Eine proteinreiche Ernährung, wie oben vorgeschlagen, deckt zumindest B2, B3 und B6 etwas ab, bspw. über Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Folsäure finden wir u.a. in Hefe, in grünem Gemüse und in Hülsenfrüchten. Da es hier z.B. wegen der Phytinsäure oder Lektinen in Samen, Kernen und Hülsenfrüchten schwer werden kann, genügend Folsäure aufzunehmen, scheint eine ergänzende Einnahme nicht zu schaden (z.B. alle 2 Tage).

Supplement-Empfehlung: Ein Vitamin-B-Komplex scheint die einfachste Lösung, z.B. Now Foods, B-50 sowie Folsäure als Methylfolat (5-MTHF) (da über die Ernährung nur schwer aufzunehmen).

  • Fettlösliche Vitamine A + D (+ K2)

Vitamin D wird hauptsächlich über die Sonne aufgenommen. Im Winter ist dies natürlich schwierig, weshalb sich hier wieder ein Supplement anbietet. Am besten in Kombination mit Vitamin K als Co-Faktor, z.B. Thorne Research Vitamin D + K2 Liquid.

Mit Vitamin A ist hier nicht nur das Beta-Carotin gemeint, sondern auch Retinol, das die Haut schön macht und in keinem geringeren Lebensmittel vorkommt als in der Leber selbst!

Leber für die Leber: Denn es handelt sich hier um ein wahres Superfood! Leider mag nicht jeder Leber (wie schade… um die weiteren vielen Nährstoffe darin). Die Alternative wäre extra zugeführtes Retinol (z.B. i.F.v. Retinylpalmitat von edubily).

  • Calcium

Gerade wenn Vitamin D3 als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen wird, muss auf ausreichend Calcium geachtet werden (s. hier). D.h. mindestens 1 g oder mehr Calcium sollten es pro Tag schon sein. Auch geht es darum das Calcium:Phosphor Verhältnis auszubalancieren in Richtung 1:1 oder mehr (2:1 und höher).

Entweder mit Hilfe von Calcium-Brausetabletten, oder aber einfach über Milchprodukte (z.B. Whey Protein, Casein, Milch, Käse oder Magerquark).

Ein weiterer Co-Faktor in diesem Zusammenhang ist Magnesium! Das darf hier auch auf keinen Fall fehlen und einer der wichtigsten Regulatoren des Energiestoffwechsels.

Es gibt sehr verschiedene Magnesium-Formen mit unterschiedlichen Wirkungen, weshalb ein Supplement mit mehreren Magnesium-Verbindungen empfehlenswert ist (z.B. von Zelltuning).

  • BCAAs (Branched-chain amino acids)

Und wieder handelt es sich um „Protein“ – genauer: dessen Bausteine, und zwar die Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin. Gerade diese Aminosäuren sind bei Patienten mit Lebererkrankung (chronische/fortgeschritten sowie Leberzirrhose) sehr niedrig. Darüber hinaus wurde auch gezeigt, dass BCAAs u.a. die Vermehrung von Leberkrebszellen in vitro hemmen (Tajiri & Shimizu, 2013). Abgesehen von der Leber, soll eine BCAA-Ergänzung auch generell das Leben verlängern können, laut Valerio und Kollegen. So profitieren also nicht nur Sportler oder Bodybuilder von diesem Supplement. Gut geeignet wäre ein Produkt mit 2:1:1 Verteilung der Aminosäuren.

Supplement-Empfehlung: Am besten ein Produkt mit 2:1:1 Verteilung wie z.B. TNT BCAAs Instant.

  • Phospholipide

Phospholipide sind eine Gruppe von Fetten mit Phosphatgruppe. Zu den Phospholipen gehört die uns bekannte, muskelaufbauende Phosphatidsäure und weiterhin noch Phosphatidylcholin, -serin, -inositol, und -ethanolamin.

Eine ausreichende Cholin-Versorgung ist zudem sehr hilfreich, da es oft als weiteres lipotropes Mittel hilft, um überschüssiges Leberfett loszuwerden. Über ein Lipoprotein (VLDL) kann das Fett abtransportiert werden, doch dazu brauchen wir Cholin (u.a. Sherriff, J. L. et al. 2016).

Die wahren Superfoods (Teil 2) fit-and-fresh.com
Eier liefern jede Menge Cholin.

Wenn du nicht gerade ein Eier Fan bist, kannst du auch auf Soja Lecithin (z.B. von Sanct Bernhard) oder zusätzlich etwas Cholin (z.B. von Now Foods, Cholin und Inositol) zurückgreifen.

  • Glutathion (wird gebildet aus Glutaminsäure, Cystein und Glycin)

Bei Glutathion handelt es sich um sehr starkes, körpereigenes Antioxidans. Es ist ein Tripeptid, da es aus den drei genannten Aminosäuren gebildet wird. Diese können wir über Protein zu uns nehmen (v.a. über Eier, Milchprodukte, Schweine- & Rindfleisch).

Natürlich gibt es das auch als Supplement – aber da es sehr kostenintensiv ist, bietet es sich an die drei Aminos einzeln bzw. über Eiweiß zu sich zu nehmen.

Gerade Cystein und Glutamin bekommen wir i.d.R. gut über Eiweiße. Da wir aber oftmals nur das Muskelfleisch essen und nicht das ganze Tier, haben wir einen Mangel an Glycin, Hydroxyprolin und Hydroxylysin (die letzten sind nur im Kollagen). Kollagen ist für die Festigkeit und die Flexibilität des Bindegewebes verantwortlich – und damit ein richtiges Anti-Aging Protein.

Glycin bekommen wir aber auch, wenn wir Knochenbrühe kochen oder Gelatine essen, wobei es noch einfacher wäre, es direkt als Pulver  – als L-Glycin – einzunehmen (allein aufgrund der Konsistenz) oder über Kollagen-Hydrolysat (z.B. das Primal Collagen).

  • Flavonoide

Flavonoide gehören zur Gruppe Polyphenole der sekundären Pflanzenstoffe und finden sich auch vorwiegend im Obst und Gemüse wieder. Sogenannte Thiole und Indole finden wir in Kreuzblütlern wie Blumenkohl, Brokkoli und Rosenkohl. Aber auch in grünem Tee finden wir bspw. sog. Katechine (Epicatechingallate).

Eine Lebensmittel-Liste der einzelnen Flavonoide findet ihr hier. Wer es sich leichter machen will und nicht kiloweise Gemüse essen möchte, kann auf sogenannte Greens zurückgreifen –  z.B. die Greenfood Bioflavonoide.

Allerdings finden wir auch unter den Flavonoiden einige Substanzen, welche den Phase 1 Detox hemmen können:

  • Naringenin, zu finden in Grapefruitsaft verlangsamt die Enzym-Aktivität in Phase I. So reduziert es bspw. die Ausscheidungsrate von Arzneimitteln aus dem Blut und verändert deren Toxizität wesentlich. Bereits ca. 230 ml Grapefruitsaft enthalten genug vom Flavonoid Naringenin, um die Cytochrom P450-Aktivität um bemerkenswerte 30% zu verringern.
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Naringenin der Grapefruit verlangsamt Phase 1
  • Kurkuma (auch Curcumin oder gelber Ingwer) reduziert ebenfalls die erste Entgiftungsphase, wobei der Gelbwurz dennoch tendenziell aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften die Leberfunktion verbessert (Kim SW et al., 2013). Das ist deshalb interessant, weil es Phase II stimuliert während Phase I gehemmt wird. Dieser Effekt kann bei der Prävention bestimmter Krebsarten sehr nützlich sein, da es antikarzinogen wirkt.
    • Es entfaltet erst so richtig seine Wirkung zusammen mit Piperin aus schwarzem Pfeffer. In den richtigen Dosierungen scheint es als einfaches Gewürz zu Speisen oder als ein Kombi Präparat mit Piperin sehr nützlich zu sein.

Generell ist eine Hemmung der Leberentgiftung in Phase 1 nicht erwünscht. Ausnahme stellt das Gilbert-Syndrom dar oder eine überaktive erste Entgiftungsphase. Weitere Entgiftungshemmer in Phase I sind z.B.

  • Benzodiazepine
  • Antihistaminika; Magensäure blockierende Medikamente (z.B. Cimetidin)
  • Capsaicin in Chili Pfeffer
  • Eugenol aus Nelkenöl
  • Quercetin von Zwiebeln
  • Ringelblume
  • Toxine von ungeeigneten Bakterien im Darm

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  • ANTIOXIDANTIEN

Nun kommen unsere Schützlinge zum Einsatz, die uns vor freien Radikalen bewahren:

  • Kräuter v.a. Mariendistel (Silymarin/Silybum marianum), Dill, Kümmel
  • Vitamin E
  • Vitamin C
  • Weitere Vitalstoffe (u.a. Selen, Mangan, Zink, Q10, Thiole etc.)

Supplement-Empfehlungen: Vitamin E ist ein starkes Antioxidant und schützt bei hohem oxidativem Stress. Leider ist es über die Ernährung nur schwierig genügend aufzunehmen. Für eine effektive Wirkung sollten ca. 200-400 IE (ca. 135-270mg) Tocopherole täglich eingenommen werden, und zwar alle Tocopherole im Mix (z.B. Now Foods Gamma E oder Kala Health E-8).

Vitamin E schützt vor allem zusammen mit Vitamin C sehr gut vor freien Radikalen. Wenn zudem viel Retinol (Vitamin A) eingenommen wird, so schützt auch hier das Vitamin E vor dessen Oxidation und erhöht den Nutzen von Vitamin A.

Noch besser als E+C: Silymarin

Silymarin wird aus der Mariendistel (Silybum marianum) gewonnen. Es ist um ein Vielfaches potenter was die antioxidative Aktivität betrifft als Vitamin E und Vitamin C. Die antioxidativen Eigenschaften der Mariendistel schützen vor Leberschäden und machen die Entgiftungsprozesse noch effizienter. Dies geschieht durch Erhöhung der Glutathion-Synthese und durch schnellere Regeneration des Lebergewebes. Silymarin kann das Niveau von Glutathion der Leber nicht nur halten, sondern sogar um bis zu 35% erhöhen. Es zeigte positive Wirkungen bei Behandlungen von verschiedenen Lebererkrankungen wie bspw. Zirrhose, chronischer Hepatitis, Fettleber oder Entzündung des Gallengangs. Die Tagesdosis für Silymarin beträgt ca. 500-1000 mg täglich (z.B. Mariendistel-Kapseln von Sankt Anton)

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Silymarin entgiftet die Leber auf effiziente Weise!

Die Vitabay Lebervitamine decken die bisher genannten Vitalstoffe noch zusätzlich ab und man ist auf der sicheren Seite. Die Mariendistel ist dort auch enthalten und sollte als klassisches Leberstärkungsmittel unbedingt beim Detox dabei sein.

Die weiteren Minerale, Spurenelemente und Vitamine können zusätzlich noch mit einem Multivitamin abgedeckt werden, das nicht zu hoch dosiert ist, wie z.B. 1 Kapsel der Life Extension – Two-Per-Day.

Nahrungsmittel: Viele Antioxidantien finden wir vorwiegend in Obst & Früchten oder auch frischen, natürlichen Säften. Sie enthalten außerdem wichtige sekundäre Pflanzenstoffe, ausreichend Vitamin C und Mineralien, welche die Phase 1 der Entgiftung vorantreiben. Zu empfehlen sind Granatapfelsaft, Orangen, Mandarinen, Zitronen, Ingwer, Kiwis oder Beeren (je dunkler desto besser). Wie wäre es mit einem Smoothie?

Auch das gute Gemüse darf nicht fehlen und hilft die Leber natürlich zu entgiften. Hier bietet sich vor allem Wurzelgemüse an, das die Effizienz bei der Leberreinigung steigert, indem sie der Galle helfen mehr Gallensaft zu produzieren.

Nachdem Giftstoffe in der Leber neutralisiert sowie unschädlich sind (nach Phase 2), werden sie in die Galle abgelassen. Der Gallengang ist eine Art „Fluss“ durch den Giftstoffe aus dem Körper austreten können. Wenn die Galle zu dick wird, können Giftstoffe nicht schnell genug aus dem Körper herausfließen. Dies führt u.a. zu Müdigkeit, niedriger Energie, Verstopfung, PMS etc.!

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Also regelmäßig zu Wurzeln greifen. Und du musst nicht mal kochen: Rote Bete aus dem Glas, als Saft oder ein paar rohe Möhren nebenbei knabbern ist doch super einfach und gut für den Darm.

Zu guter Letzt brauchen wir auch wieder Thiole. Diese finden wir hauptsächlich Zwiebeln und Knoblauch sowie der Kreuzblütler Familie.

PHASE II

Jetzt geht es in die spannende Phase 2 – der Konjugationsphase – in der Gifte und Toxine unschädlich und als wasserlösliche Verbindung umgewandelt werden (Konjugation = Verbinden von Fremdstoffen mit stark wasserlöslichen Stoffen).

Im Wesentlichen gibt sechs Entgiftungswege der Phase II:

  • Glutathion-Konjugation
  • Aminosäure-Konjugation (z. B. bindet Glycin an aromatische Säuren)
  • Methylierung (Methylgruppen werden auf giftige Substrate übertragen, z.B. Östrogene / erfordert v.a. Folsäure, B12, Cholin)
  • Sulfatierung (Konjugation mit Schwefelsäure beim Abbau von Cystein / baut v.a. Steroidhormone ab)
  • Acetylierung (dient u.a. dem Abbau von Antibiotika, Koffein, Hydralazin, Isoniazid)
  • Konjugation mit Glucuronsäure (Reaktionen, welche der Konjugation von Steroiden, Bilirubin, Phenolringen dienen.)

Mithilfe bestimmter Aminosäuren und Schwefel können diese ganzen Reaktionen vonstattengehen und der gesamte Prozess beendet werden, sodass Toxine letztlich über die Gallenblase oder Nieren den Körper verlassen.

Phase 2 benötigt also:
  • Aminosäuren, insbesondere:
    • Glycin
    • Taurin
    • Glutamin
    • Cystein & N-Acetylcystein
    • Methionin
    • (Cholin + Inositol)

In der Regel werden über eine proteinreiche Ernährung die wichtigsten Aminosäuren bereits aufgenommen, sodass nur einige wenige Kandidaten auf jeden Fall ergänzend zugeführt werden sollten. Die Rede ist vor allem vom Glycin und Taurin. Erstere Aminosäure wurde schon in Phase 1 näher betrachtet.

Taurin ist die zweite wichtige Aminosäure hier, die an der Entgiftung beteiligt ist. Sie hat antioxidative, antientzündliche Eigenschaften und kann sehr günstig sowie einfach über ein Supplement zugeführt werden (z.B. Myprotein Taurine).

Zudem spielt auch hier wieder Cholin zusammen mit Methionin (und wahrsch. Betain) eine große Rolle bei der Methylierung sowie als sog. „Lipotrophics“ (beschleunigen den Fettabbau in der Leber).

  • Schwefel

Schwefelreiche Lebensmittel sind insbesondere Eier, Meeresfrüchte, Fisch, Knoblauch, Bärlauch und Zwiebeln. Wer die markanten Gerüche von Knoblauch und Zwiebeln lieber vermeiden möchte, der kann allerdings auch auf organischen Schwefel natürlichen Ursprungs zurückgreifen. Dieser nennt sich dann MSM (Methylsulfonylmethan).

Allerdings handelt es sich bei Taurin und Cystein ebenfalls um schwefelhaltige Aminosäuren, um welche man sich zuerst kümmern sollte, um effizient die Phase 2 der Leberentgiftung zu unterstützen.

Im Entgiftungsprozess der Phase 2 findet zudem die Synthese und Sekretion von Galle statt. Sie dient als Träger vieler giftiger Substanzen, die in den Darm abgeladen werden. Ist der Darm nicht intakt (wie bspw. beim Leaky Gut Syndrom), so können hier auch wieder viele Baustellen auftreten beim abschließenden Schritt der Leberreinigung bzw. Detox des Körpers.

Wie schnell entgiftest du?

Die Geschwindigkeit, mit der Phase 1 ihre Zwischenprodukte produziert, sollte nur so schnell ablaufen, wie die Phase 2 ihre Verarbeitung erst einmal beenden kann. Ein Ungleichgewicht zwischen Phase I und Phase II kann zu verschiedenen (nicht wünschenswerten) Reaktionen im Körper führen.

Wie oben schon angedeutet, ist eine weniger aktive Entgiftungsphase 1 ein Zeichen dafür, dass jemand z.B. sehr sensibel auf Koffein oder Gerüche reagiert. Andersherum gilt jemand als „pathologischer Entgifter“, wenn dessen Entgiftungssystem der Phase 1 sehr aktiv ist, während in Phase 2 die Enzyme nur sehr langsam oder inaktiv sind. Diese Menschen leiden unter ungewöhnlich starken toxischen Reaktionen auf Umweltgifte. Hier kann ebenso ein Leberentgiftungstest dabei helfen, um festzustellen, wie effizient die Leber die jeweiligen Phasen durchführt.

Leidet eine Person sehr stark an schweren toxischen Symptomen, muss die Leberentgiftung sehr langsam durchgeführt werden (bei schweren Fällen natürlich nur unter ärztlicher Aufsicht). Vor jeder Leberreinigung sollte der Darm in Ordnung gebracht und dann die Leberentzündung reduziert werden (eben über Leberentgiftung bzw. anderer Leber Therapie z.B. homöopathisch). Auch gilt als der erste Schritt, festzustellen, welchen Toxinen man sich überhaupt (oft) aussetzt (z.B. Einflüsse aus der Umgebung).

Bei richtiger Entgiftungsarbeit klärt die Leber 99% der Bakterien und andere Toxine während des ersten Durchgangs. Ist die Leber jedoch geschädigt (wie z.B. bei Alkoholikern), so steigt die Toxizität der Giftstoffe um das 10-Fache an!

Schutz vor Krebs

Die richtige Funktion der Entgiftungssysteme der Leber ist besonders wichtig für die Prävention von Krebs. Es wird angenommen, dass bis zu 90% aller Krebserkrankungen auf die Auswirkungen von Umweltkarzinogenen zurückzuführen sind (z. B. auf Zigarettenrauch, Medikamente, Wasser- und Luftqualität). Dies alles kombiniert mit einem Nährstoffmangel und schlechten Lebensgewohnheiten beeinträchtigt die Entgiftungsprozesse sehr stark und kann auch dazu führen, dass andere Organe leiden, da der Körper diese noch schädlichen Giftstoffe „behält“. Sind die idealen Nährstoffkombinationen vorhanden, so können eventuell auch Schwermetalle ausgeleitet und andere toxische Verbindungen ausgeschieden werden.


Da du ja jetzt weißt, welche Nährstoffe deiner Leber helfen, kann dir in dieser Hinsicht weniger passieren: Grundlage ist eine optimale, mikronährstoffreiche Ernährung und gegebenenfalls Supplemente (siehe oben). Läuft das lebenswichtige Leberentgiftungssystem erst einmal richtig rund, dann ärgern wir uns auch nicht übers erfolglose Abnehmen, sondern verbrennen auf lange Sicht lästiges Bauchfett und sind dort wo man von Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Gelassenheit (weniger Stress) träumt.

Bildquellen: pixabay.com, commons.wikimedia.org

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