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Wie entgifte ich meine Leber? [Phase 1 & 2]

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(zuletzt aktualisiert am: 30. Juni 2019)

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Hier findest du eine Anleitung zur Leberentgiftung Phase 1 und 2, um deine Leber natürlich zu entgiften, und zwar mit den richtigen Mikronährstoffen. Zeit aufzuräumen und eine sinnvolle Leberreinigung zu starten.


Warum die Leber entgiften?

Die Leber muss immer viel aushalten: Alkohol, Zucker, schlechte Fette, Medikamente oder andere Chemikalien und schädliche Stoffe.

Jegliche Abfall- und Stoffwechselprodukte werden von der Leber umgewandelt und mit Hilfe von Galle und Nieren ausgeschieden.

Gelangen Giftstoffe nicht mehr raus und werden abgelagert, ist das ein Zeichen der Überlastung unseres Entgiftungsorgans.

Dies alles kombiniert mit einem Nährstoffmangel und schlechten Lebensgewohnheiten beeinträchtigt die Entgiftungsprozesse sehr stark.

Dies kann zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gelbsucht, Leberzirrhose, Fettleber, Diabetes-Risiko, Juckreiz, schlechtes Cholesterin führen.

Ist die Leber geschädigt (wie z.B. bei Alkoholikern), steigt die Toxizität von Giftstoffen knapp um das 10-Fache an!

Außerdem ist eine einwandfreie Funktion der Leber-Entgiftungssysteme besonders wichtig für die Prävention von Krebs.

Leberprobleme und -Erkrankungen können mit einer nachhaltigen, langfristigen Leberreinigung vorgebeugt und die Gesundheit insgesamt verbessert werden.

Leberentgiftung verstehen

Grob gesagt unterscheiden wir 2 Phasen (eigentlich 3) im Prozess der Leberentgiftung.

Toxine aus unserer Umwelt oder in der Ernährung gelangen zuerst in das P-450 Cytochrom System der Leber (Phase 1) und werden hier entweder direkt neutralisiert oder in weitere Teile zerkleinert.

Die zerkleinerten Teilchen sind weit weniger schädlich für uns.

Diese kleinen Fragmente oder neutralen Teilchen wandern dann weiter in die zweite Entgiftungsphase, in der sie von fett- zu wasserlöslich verwandelt werden.

Im Enzym-System der Phase 2 werden sie an Moleküle wie z.B. Glutathion gebunden, wodurch ein neues, unschädliches Molekül entsteht.

Die anfangs eingegangenen Gifte wurden damit unschädlich gemacht und können letztlich vom Körper ausgeschieden werden.

Phase 3 umfasst bestimmte Reaktionen für Transportvorgänge über den Blutkreislauf, Lymphsystem sowie Transportproteine.

Wir unterscheiden 3 Phasen der Leberentgiftung, wobei Phase I und II hier näher beleuchtet werden im Prozess des Leber Detox.

Antioxidantien schützen uns

Zur Neutralisation der Toxine sind in Phase 1 chemische Reaktionen notwendig, z.B. Oxidation, Reduktion und Hydrolyse.

Hierbei werden freie Radikale erzeugt, welche im Übermaß die Leberzellen schädigen können.

Antioxidantien (z.B. Vitamin C) reduzieren den Schaden der freien Radikale erheblich.

Fehlen diese Schützlinge, so sind die giftigen Chemikalien für uns noch gefährlicher.

Einige relativ harmlose Toxine können sogar in krebserregende Substanzen umgewandelt werden, wenn antioxidative Stoffe fehlen.

Beide Entgiftungsphasen können einerseits ineffizient arbeiten oder andererseits mit Giftstoffen „überladen“ sein.

Eine besonders schädliche Kombination stellt eine Überladung von Toxinen in Phase 1 mit einer ineffizienten Phase 2 dar (häufig bei kranken Menschen).

In einigen Fällen wird angenommen, dass diese Kombination die Ursache für ausgeprägte Umweltsensitivitäten, Arzneimittel-Intoleranzen und Wechselwirkungen ist.

Antioxidantien sind beim Entgiftungsprozess enorm wichtig, da sie uns vor freien Radikalen schützen.

Leber und Kaffee

Unser heiß geliebter Kaffee enthält Koffein und ist ein klassisches Beispiel für eine Substanz, die direkt in Phase 1 neutralisiert wird.

Eine Möglichkeit, um die Aktivität von Phase 1 objektiv zu bestimmen, ist zu messen, wie effizient eine Person Koffein entgiftet.

Menschen mit einer weniger aktiven Entgiftungsphase 1 reagieren sehr sensibel auf Koffein oder auch auf Gerüche wie Parfum.

Sie haben scheinbar ein erhöhtes Risiko für Lebererkrankungen.

Diejenigen mit einem überaktiven Entgiftungssystem der Leber merken stattdessen kaum etwas von Kaffee bzw. Koffein-Nebenwirkungen (wie bspw. Zittern, Nervosität, Schwitzen etc.).

Leber entgiften – Phase 1 & 2 - Fit-and-Fresh.com

Der Koffein-Test kann überraschende Ergebnisse liefern, wie gut man selbst entgiftet.

Wie entgifte ich meine Leber?

Kuren und Hausmittel zum Leber entgiften gibt es wie Sand am Meer. Sie haben auf jeden Fall auch ihre Berechtigung.

Hier im Artikel sind aber nicht herkömmliche „Hausmittel“ gemeint, sondern in erster Linie Mikronährstoffe und Lebensmittel für die Leber, welche besonders nährstoffdicht sind.

Die richtigen Nährstoffe helfen der Leber dabei, ihre Aufgaben zu erfüllen.

Bei richtiger Entgiftungsarbeit klärt die Leber 99% der Bakterien und andere Toxine während des ersten Durchgangs.

Gesunde Ernährung und Lebensstil

Deine tägliche Ernährung sollte darauf ausgelegt sein, die Leber zu schonen, gesund zu halten und sie bei ihren Aufgaben zu unterstützen.

Statt 1-2 Leberkuren im Jahr kommt es eher darauf an, was du jeden Tag so zu dir nimmst bzw. 365 Tage pro Jahr…

Na klar gibt es mal die eine oder andere Ausnahme, aber behalte den langfristigen Ansatz im Hinterkopf.

Eiweiß hilft der Leber

Protein treibt den Entgiftungsprozess in der Leber erst so richtig voran.

Sonia C. & Kollegen zeigen, dass eine „high protein diet“ vor einer Fettleber schützen und die Lebergesundheit wiederherstellen kann.

Der Proteinanteil bestand dabei aus 35% der Kalorien.

So entspricht das bei 2000 kcal pro Tag ca. 175 g Protein.

Du baust es am besten zu jeder Mahlzeit ein. Die Protein-Art bzw. -Qualität und Aminosäuren-Zusammensetzung sind dabei sehr wichtig.

Doch Protein allein ist auch wieder nicht die Lösung und muss mit oben genannten Antioxidantien kombiniert werden. Dazu später mehr.

Gut zu wissen: Der Darm geht vor

Alles was wir so essen und trinken gelangt erst über unser Verdauungssystem in die Leber. Deshalb wird der Darm als die Pfortader der Leber bezeichnet.

Ist die Darmgesundheit bereits in einem schlechten Zustand, umso mehr Arbeit muss die Leber verrichten.

Vor jeder Leberreinigung sollte der Darm in Ordnung gebracht und dann erst die Leber in Angriff genommen werden. Der Grund: Die Lebergifte sollen über den Darm wieder aus dem Körper heraus.

Ein löchtiger Darm bzw. sog. „Leaky Gut“ würde bereits unerwünschte Stoffe in den Blutkreislauf abgeben oder sie später nicht ausleiten können.

Um hier einen ersten Ansatz zu finden, sind die richtigen Ballaststoffe sowie die richtigen Darmbakterien wichtig.

So könnte bspw. auch mit Pro- & Präbiotika gearbeitet werden. Regelmäßig Obst und Gemüse sind hoffentlich Standard bei dir.

Laborwerte bzw. Blutuntersuchungen und entsprechende Leberwerte können erste Aufschlüsse dafür geben, welche Nährstoffe fehlen und dafür sorgen, dass die Entgiftung von ganz allein vorangeht.

Viel Protein und ein gesunder, nicht-löchriger Darm schaffen eine gute Voraussetzung, damit die Leber ihre Arbeit ordentlich machen kann.

Praxis: Welche Nährstoffe braucht die Leber?

Um die Leber zu heilen, müssen wir ihr generell die Nährstoffe geben die sie braucht – über die Ernährung und manchmal mit der Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln.

Gehen wir Schritt für Schritt durch die beiden Phasen der Leberentgiftung und schauen, welche Substanzen wann benötigt werden:

Leber entgiften Fit-and-Fresh.com Phase 1 und 2
(Eigene Darstellung angelehnt an Bildquelle „Leber“: Wikimedia.org / Liver ; CC Lizenz)

PHASE I

P-450 Enzyme aktivieren und Toxine neutralisieren oder zerkleinern

Wie oben bereits beschrieben, werden während der ersten Phase Giftstoffe, die wir über unsere Umwelt, Wasser und Nahrungsmittel aufnehmen in weniger gefährliche Substanzen umgewandelt.

Hierbei verfügt die Leber über zwei Hauptmechanismen, um Fremdstoffe zu eliminieren. Die Fremdstoffe sind oft lipophil („fettliebend“), d.h. sie müssen erst wasserlöslich gemacht werden.

Die dabei anfallenden freien Radikale müssen mit Antioxidantien eingedämmt werden.

Zudem sind die Cytochrom P 450 Enzyme abhängig von bestimmten Nährstoffen, damit sie die Entgiftung überhaupt einleiten können.

Substanzen, die den Phase I Detox aktivieren oder induzieren:

Achtung: Der Begriff „induzieren“ kann irreführend sein. Er bezieht sich auf alles, was das System anheizt – sowohl auf die Schädlichen, die verarbeitet werden müssen, als auch auf solche, die nicht schädlich sind und die Entgiftungsprozesse aktivieren.

Die schädlichen Substanzen, die z.T. vermieden werden können (Extra-Arbeit für die Leber):

  • Alkohol, Zigaretten (allg. Drogen), Arzneistoff Phenobarbital, Sulfonamide (in Antibiotika), Steroide
  • „Schlechte“ Nahrungsmittel: schwarz-gebratenes „verkohltes“ Fleisch; einseitige Proteinquellen (z.B. nur Fleisch = zu viel Phosphor) und zu viel Protein, ranzige Fette
  • Umweltgifte: Tetrachlorkohlenstoff; Abgase; Farbdämpfe; Dioxine; Pestizide

Nährstoffe, die beim Detox helfen:

  • B-Vitamine, insbesondere:
    • Riboflavin (Vitamin B2)
    • Niacin (Vitamin B3)
    • Pyridoxin (Vitamin B6)
    • Folsäure (Vitamin B9)
    • Cobalamin (Vitamin B12)

Die B-Vitamine sind mit am wichtigsten, um die Leber zu entgiften.

Folsäure und B12 besitzen lipotrope Eigenschaften. D.h. sie sind direkt oder indirekt am Fettstoffwechsel beteiligt und helfen der Leber die Fremdstoffe umzustrukturieren.

milk Leber entgiften, Entgiftungsphase - Fit-and-Fresh.com
Milch & Milchprodukte liefern u.a. B2 & B12

Eine proteinreiche Ernährung, wie oben vorgeschlagen, deckt zumindest B2, B3 und B6 etwas ab, bspw. über Fleisch, Fisch und Milchprodukte.

Folsäure finden wir u.a. in Hefe, in grünem Gemüse und in Hülsenfrüchten.

Da es hier z.B. wegen der Phytinsäure oder Lektinen in Samen, Kernen und Hülsenfrüchten schwer werden kann, genügend Folsäure aufzunehmen, scheint eine ergänzende Einnahme nicht zu schaden (z.B. alle 2 Tage).

Empfehlung: Ein Vitamin-B-Komplex ist die einfachste Lösung, z.B. Now Foods, B-50* sowie Folsäure als Methylfolat* (5-MTHF) – da über die Ernährung nur schwer aufzunehmen.
  • Fettlösliche Vitamine A + D (+ K2)

Vitamin D wird hauptsächlich über die Sonne aufgenommen. Im Winter ist dies natürlich schwierig, weshalb sich hier wieder ein Supplement anbietet.

Vitamin D am besten in Kombination mit Vitamin K als Co-Faktor aufnemen, z.B. Thorne Research Vitamin D + K2 Liquid*.

Mit Vitamin A ist hier nicht nur das Beta-Carotin gemeint, sondern auch Retinol, das die Haut schön macht und in keinem geringeren Lebensmittel vorkommt als in der Leber selbst!

Empfehlung: Leber für die Leber: Denn es handelt sich hier um ein wahres Superfood! Leider mag nicht jeder Leber (wie schade… um die weiteren vielen Nährstoffe darin). Die Alternative wäre extra zugeführtes Retinol (z.B. i.F.v. Retinylpalmitat von edubily*).
  • Calcium (+ Magnesium + Zink)

Gerade wenn Vitamin D3 als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen wird, muss neben Vitamin K auf ausreichend Calcium und Magnesium geachtet werden (s. hier).

D.h. ungefähr 600-1000mg oder mehr Calcium sollten es pro Tag schon sein.

Hier kannst du z.B. mit Calcium-Brausetabletten oder Milchprodukten nachhelfen – z.B. Whey Protein, Casein, Milch, Käse oder Magerquark.

Ein weiterer Co-Faktor in diesem Zusammenhang ist Magnesium. Das darf hier auch auf keinen Fall fehlen.

Es ist einer der wichtigsten Regulatoren des Energiestoffwechsels.

Es gibt sehr verschiedene Magnesium-Formen mit unterschiedlichen Wirkungen, weshalb ein Supplement mit mehreren Magnesium-Verbindungen empfehlenswert ist (z.B. von Zelltuning*).

Wichtig: Ein weiterer Co-Faktor ist zudem Zink, das das Vitamin D erst aktivieren kann.

  • BCAA (Branched-chain amino acids)

Und wieder handelt es sich um „Protein“ – genauer: dessen Bausteine, und zwar die Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin.

Gerade diese Aminosäuren sind bei Patienten mit Lebererkrankung (chronische/fortgeschritten sowie Leberzirrhose) sehr niedrig.

Darüber hinaus wurde auch gezeigt, dass BCAA u.a. die Vermehrung von Leberkrebszellen in vitro hemmen (Tajiri & Shimizu, 2013).

Abgesehen von der Leber, soll eine BCAA-Ergänzung auch generell das Leben verlängern können, laut Valerio und Kollegen.

So profitieren also nicht nur Sportler oder Bodybuilder von BCAA. Gut geeignet wäre ein Produkt mit 2:1:1 Verteilung der Aminosäuren, wie z.B. TNT BCAAs Instant*.
  • Phospholipide

Phospholipide sind eine Gruppe von Fetten mit Phosphatgruppe. Zu den Phospholipen gehört die uns bekannte, muskelaufbauende Phosphatidsäure und weiterhin noch Phosphatidylcholin, -serin, -inositol, und -ethanolamin.

Eine ausreichende Cholin-Versorgung ist zudem sehr hilfreich, da es oft als weiteres lipotropes Mittel hilft, um überschüssiges Leberfett loszuwerden.

Über ein Lipoprotein (VLDL) kann das Fett abtransportiert werden, doch dazu brauchen wir Cholin (u.a. Sherriff, J. L. et al. 2016).

Die wahren Superfoods (Teil 2) fit-and-fresh.com
Eier liefern jede Menge Cholin.
Wenn du nicht gerade ein Eier-Fan bist, kannst du auch auf Soja Lecithin (z.B. von Sanct Bernhard*) oder zusätzlich etwas Cholin (z.B. von Now Foods, Cholin und Inositol*) zurückgreifen.
  • Glutathion (wird gebildet aus Glutaminsäure, Cystein und Glycin)

Bei Glutathion handelt es sich um sehr starkes, körpereigenes Antioxidans. Es ist ein Tripeptid, da es aus den drei genannten Aminosäuren gebildet wird.

Diese können wir über Protein zu uns nehmen (v.a. über Eier, Milchprodukte, Schweine- & Rindfleisch).

Natürlich gibt es das auch als Supplement – aber da es sehr kostenintensiv ist, bietet es sich an die drei Aminos einzeln bzw. über Eiweiß zu sich zu nehmen.

Gerade Cystein und Glutamin bekommen wir i.d.R. gut über Eiweiße.

Da wir aber oftmals nur das Muskelfleisch essen und nicht das ganze Tier, haben wir einen Mangel an Glycin, Hydroxyprolin und Hydroxylysin (die letzten sind nur im Kollagen).

Kollagen ist für die Festigkeit und die Flexibilität des Bindegewebes verantwortlich – und damit ein richtiges Anti-Aging Protein.

Glycin bekommen wir, wenn wir Knochenbrühe kochen oder Gelatine essen. Noch einfacher kann es direkt als einfaches Pulver eingenommen werden (als L-Glycin*) oder über Kollagen-Hydrolysat (z.B. das Primal Collagen*).
  • Flavonoide

Flavonoide gehören zur Gruppe Polyphenole der sekundären Pflanzenstoffe und finden sich auch vorwiegend im Obst und Gemüse wieder.

Sogenannte Thiole und Indole finden wir in Kreuzblütlern wie Blumenkohl, Brokkoli und Rosenkohl. Aber auch in grünem Tee finden wir bspw. sog. Katechine (Epicatechingallate).

Eine Lebensmittel-Liste der einzelnen Flavonoide findet ihr hier.

Wer es sich leichter machen will und nicht kiloweise Gemüse essen möchte, kann auf sogenannte Greens zurückgreifen –  z.B. die Greenfood Bioflavonoide*.

Unter den Flavonoiden sind einige Substanzen, welche den Phase 1 Detox hemmen können:

  • Naringenin, zu finden in Grapefruitsaft verlangsamt die Enzym-Aktivität in Phase I. So reduziert es bspw. die Ausscheidungsrate von Arzneimitteln aus dem Blut und verändert deren Toxizität wesentlich.
    • Bereits ca. 230 ml Grapefruitsaft enthalten genug vom Flavonoid Naringenin, um die Cytochrom P450-Aktivität um bemerkenswerte 30% zu verringern.
Naringenin der Grapefruit verlangsamt Phase 1
Naringenin der Grapefruit verlangsamt Phase 1
  • Kurkuma (auch Curcumin oder gelber Ingwer) reduziert ebenfalls die erste Entgiftungsphase, wobei der Gelbwurz dennoch tendenziell aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften die Leberfunktion verbessert (Kim SW et al., 2013).

Das ist deshalb interessant, weil es Phase II stimuliert während Phase I gehemmt wird. Dieser Effekt kann bei der Prävention bestimmter Krebsarten sehr nützlich sein, da es antikarzinogen wirkt.

Kurkuma entfaltet erst so richtig seine Wirkung zusammen mit Piperin aus schwarzem Pfeffer. In den richtigen Dosierungen scheint es als einfaches Gewürz zu Speisen oder als ein Kombi Präparat mit Piperin* sehr nützlich zu sein.

Generell ist eine Hemmung der Leberentgiftung in Phase 1 nicht immer wünschenswert. Ausnahmen stellen das sogenannte Gilbert-Syndrom oder eine überaktive erste Entgiftungsphase dar.

Weitere Entgiftungshemmer in Phase I sind z.B.

  • Benzodiazepine
  • Antihistaminika; Magensäure blockierende Medikamente (z.B. Cimetidin)
  • Capsaicin in Chili Pfeffer
  • Eugenol aus Nelkenöl
  • Quercetin von Zwiebeln
  • Ringelblume
  • Toxine von ungeeigneten Bakterien im Darm

Leber entgiften – Phase 1 & 2 - Fit-and-Fresh.com

Antioxidantien

Nun kommen unsere Schützlinge zum Einsatz, die uns vor freien Radikalen bewahren:

  • Kräuter v.a. Mariendistel (Silymarin/Silybum marianum), Dill, Kümmel
  • Vitamin E
  • Vitamin C
  • Weitere Vitalstoffe (u.a. Selen, Mangan, Zink, Q10, Thiole etc.)

Vitamin E ist ein starkes Antioxidant und schützt bei hohem oxidativem Stress. Leider ist es über die Ernährung nur schwierig genügend aufzunehmen.

Für eine effektive Wirkung können ca. 200-400 IE (ca. 135-270mg) Tocopherole täglich eingenommen werden, und zwar alle Tocopherole im Mix (z.B. Now Foods Gamma E*).

Vitamin E schützt vor allem zusammen mit Vitamin C sehr gut vor freien Radikalen.

Wenn zudem viel Retinol (Vitamin A) eingenommen wird, so schützt auch hier das Vitamin E vor dessen Oxidation und erhöht den Nutzen von Vitamin A.

Noch besser als E+C: Silymarin

Silymarin wird aus der Mariendistel (Silybum marianum) gewonnen. Es ist um ein Vielfaches potenter was die antioxidative Aktivität betrifft als Vitamin E und Vitamin C.

Die antioxidativen Eigenschaften der Mariendistel schützen vor Leberschäden und machen die Entgiftungsprozesse noch effizienter.

Dies geschieht durch Erhöhung der Glutathion-Synthese und durch schnellere Regeneration des Lebergewebes.

Silymarin kann das Niveau von Glutathion der Leber nicht nur halten, sondern sogar um bis zu 35% erhöhen.

Es zeigte positive Wirkungen bei Behandlungen von verschiedenen Lebererkrankungen wie bspw. Zirrhose, chronischer Hepatitis, Fettleber oder Entzündung des Gallengangs.

Die empfohlene Tagesdosis für Silymarin bzw. Mariendiestel beträgt ca. 500-1000 mg täglich (z.B. Mariendistel-Kapseln von Sankt Anton*).
silybum-marianum-Fit-and-Fresh.com LEBER Detox
Die Mariendiestel entgiftet die Leber sehr effektiv.

Die Mariendistel sollte als klassisches Leberstärkungsmittel unbedingt bei einer Leberreinigung dabei sein.

Empfehlung: Die Vitabay Lebervitamine* decken die bisher genannten Vitalstoffe noch zusätzlich ab und du bist auf der sicheren Seite, um die Leber richtig zu entgiften.

Die weiteren Minerale, Spurenelemente und Vitamine können zusätzlich noch mit einem Multivitamin abgedeckt werden, das nicht zu hoch dosiert ist, wie z.B. 1 Kapsel der Life Extension – Two-Per-Day*.

Antioxidantien in Obst & Gemüse

Sie enthalten wichtige sekundäre Pflanzenstoffe, ausreichend Vitamin C und Mineralien, welche die Phase 1 der Entgiftung vorantreiben.

Zu empfehlen sind Granatapfelsaft, Orangen, Mandarinen, Zitronen, Ingwer, Kiwis oder Beeren (je dunkler desto besser). Wie wäre es mit einem Smoothie?

Auch das gute Gemüse darf nicht fehlen und hilft die Leber natürlich zu entgiften.

Hier bietet sich vor allem Wurzelgemüse an, das die Effizienz bei der Leberreinigung steigert, indem sie der Galle helfen mehr Gallensaft zu produzieren.

Nachdem Giftstoffe in der Leber neutralisiert sowie unschädlich sind (nach Phase 2), werden sie in die Galle abgelassen.

Der Gallengang ist eine Art „Fluss“ durch den Giftstoffe aus dem Körper austreten können. Wenn die Galle zu dick wird, können Giftstoffe nicht schnell genug aus dem Körper herausfließen. Dies führt u.a. zu Müdigkeit, niedriger Energie, Verstopfung, PMS etc.!

carrot bali Leber entgiften, Entgiftungsphase - Fit-and-Fresh.com

Also regelmäßig zu Wurzeln greifen. Und du musst nicht mal kochen: Rote Bete aus dem Glas, als Saft oder ein paar rohe Möhren nebenbei knabbern ist doch super einfach und gut für den Darm.

Zu guter Letzt brauchen wir auch wieder Thiole. Diese finden wir hauptsächlich Zwiebeln und Knoblauch sowie der Kreuzblütler Familie.

PHASE II

Jetzt geht es in die spannende Phase 2 – der Konjugationsphase.

Hier werden Gifte und Toxine unschädlich und als wasserlösliche Verbindung umgewandelt (Konjugation = Verbinden von Fremdstoffen mit stark wasserlöslichen Stoffen).

Im Wesentlichen gibt sechs Entgiftungswege der Phase II:

  1. Glutathion-Konjugation
  2. Aminosäure-Konjugation (z. B. bindet Glycin an aromatische Säuren)
  3. Methylierung (Methylgruppen werden auf giftige Substrate übertragen, z.B. Östrogene / erfordert v.a. Folsäure, B12, Cholin)
  4. Sulfatierung (Konjugation mit Schwefelsäure beim Abbau von Cystein / baut v.a. Steroidhormone ab)
  5. Acetylierung (dient u.a. dem Abbau von Antibiotika, Koffein, Hydralazin, Isoniazid)
  6. Konjugation mit Glucuronsäure (Reaktionen, welche der Konjugation von Steroiden, Bilirubin, Phenolringen dienen.)

Mithilfe bestimmter Aminosäuren und Schwefel können diese ganzen Reaktionen vonstattengehen und der gesamte Prozess beendet werden, sodass Toxine letztlich über die Gallenblase oder Nieren den Körper verlassen.

Phase 2 benötigt also:

  • Aminosäuren, insbesondere:
    • Glycin
    • Taurin
    • Glutamin
    • Cystein & N-Acetylcystein
    • Methionin
    • (Cholin + Inositol)

In der Regel werden über eine proteinreiche Ernährung die wichtigsten Aminosäuren bereits aufgenommen. Nur einige wenige Kandidaten bilden die Ausnahme.

So spielen Cholin, Methionin und wahrscheinlich Betain eine große Rolle bei der Methylierung sowie als sog. „Lipotrophics“. D.h. es wird der Fettabbau in der Leber beschleunigt, vor allem durch Cholin.

  • Glycin & Taurin

Glycin wurde in Phase I als Bestandteil von Glutathion bereits erwähnt.

Taurin ist die zweite wichtige Aminosäure hier, die an der Entgiftung beteiligt ist.

Taurin hat antioxidative, antientzündliche Eigenschaften und kann sehr günstig über ein Supplement zugeführt werden (z.B. Myprotein Taurine*).
  • Schwefel

Suchst du auch nach Lebensmitteln zum Leber entgiften? Dann greife vor allem zu schwefelreichen Lebensmitteln wie Eier, Meeresfrüchte, Fisch, Knoblauch, Bärlauch und Zwiebeln.

Wer die markanten Gerüche von Knoblauch und Zwiebeln lieber vermeiden möchte, der kann allerdings auch auf organischen Schwefel natürlichen Ursprungs zurückgreifen.

Dieser nennt sich dann MSM (Methylsulfonylmethan). Taurin und Cystein sind ebenso schwefelhaltige Aminosäuren, die effizient die Phase 2 der Leberentgiftung unterstützen.

In Phase 2 findet zudem die Synthese und Sekretion von Galle statt. Sie dient als Träger vieler giftiger Substanzen, die in den Darm abgeladen werden. Ist der Darm nicht intakt oder löchrig, haben wir hier weitere Baustellen beim abschließenden Schritt der Leberreinigung.

Wie schnell entgiftest du?

Die Geschwindigkeit, mit der Phase 1 ihre Zwischenprodukte produziert, sollte nur so schnell ablaufen, wie die Phase 2 ihre Verarbeitung erst einmal beenden kann.

Ein Ungleichgewicht zwischen Phase I und Phase II kann zu verschiedenen (nicht wünschenswerten) Reaktionen im Körper führen.

Wie oben schon angedeutet, ist eine weniger aktive Entgiftungsphase 1 ein Zeichen dafür, dass jemand z.B. sehr sensibel auf Koffein oder Gerüche reagiert.

Andersherum gilt jemand als „pathologischer Entgifter“, wenn dessen Entgiftungssystem der Phase 1 sehr aktiv ist, während in Phase 2 die Enzyme nur sehr langsam oder inaktiv sind.

Diese Personen leiden scheinbar unter ungewöhnlich starken toxischen Reaktionen auf Umweltgifte.

Hier kann ebenso ein Leberentgiftungstest dabei helfen, um festzustellen, wie effizient die Leber die jeweiligen Phasen durchführt.

Leidet eine Person sehr stark an schweren toxischen Symptomen, muss die Leberentgiftung sehr langsam durchgeführt werden (bei schweren Fällen natürlich nur unter ärztlicher Aufsicht).


Sind die idealen Nährstoffkombinationen vorhanden, so können eventuell auch Schwermetalle ausgeleitet und andere toxische Verbindungen ausgeschieden werden.

Grundlage ist eine optimale, mikronährstoffreiche Ernährung und gegebenenfalls Supplemente.

Läuft das lebenswichtige Leberentgiftungssystem erst einmal richtig rund, dann ärgern wir uns auch nicht übers erfolglose Abnehmen, sondern verbrennen auf lange Sicht lästiges Bauchfett. Viel Spaß mit der Anleitung zur Leberentgiftung.

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und sind weder zur Diagnose noch Behandlung oder Ähnliches gedacht. Solltest du richtige Leberprobleme haben, konsultiere bitte einen Arzt.

Bildquellen: pixabay.com, commons.wikimedia.org

  1. Ella

    Ein ganz toller Beitrag, vielen Dank!

  2. Sabine

    Oh, danke, isabell, so toll hab ich das mit der Leberentgiftung ja noch nie erklärt bekommen!
    Ich weiß, daß ich eine schlechte Phase-2-Entgiftung habe.
    Weißt du vielleicht, mit welchen Labortests man die Phase 1 Entgiftungsfähigkeit messen kann? Herzliche Grüße

    • Hi Sabine,
      vielen Dank, das freut mich sehr :)

      Genaue Laborwerte für die Phase 1 habe ich leider bis jetzt noch nicht gefunden. Nur die bekannten messbaren Leberwerte bei einer Blutuntersuchung.

      Der Wert für das Enzym Gamma-GT sagt z.B. etwas über den Abbau von Schadstoffen im Körper bzw. in der Leber aus.

      Um die Entgiftungsfähigkeit der Phase 1 zu messen, könntest du eventuell den Kaffee-Test machen, wie im Artikel beschrieben.

      Wird dir nach einer Tasse Kaffee schon schlecht oder schwitzt du leicht? Das spricht für eine weniger aktive Phase 1.

      Merkst du hingegen gar nichts nach sehr viel Kaffee bzw. Koffein, dann ist deine Phase 1 sehr aktiv (und möglicherweise kommt die Phase 2 nicht hinterher).

      Was du tun kannst, um die Enzym-Aktivität in Phase I verlangsamen, hab ich ja auch beschrieben (z.B. Kurkuma oder Naringenin in Grapefruitsaft).

      Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

      Liebe Grüße,
      Isabell

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