Was tun gegen Knieschmerzen (http://www.pixelio.de/media/713625)

Was tun gegen Knieschmerzen?



Das Kniegelenk ist das größte und komplizierteste Gelenk des menschlichen Körpers und ist zum großen Teil verantwortlich für die Laufbewegung sowie der Kraftübertragung.

Die Kniescheibe ist in der Sehne des vierköpfigen Oberschenkelmuskels eingebettet und fungiert als eine Art „Gleitlager“. Sie schützt das Kniegelenk und vervielfacht die Kraftentwicklung des Quadriceps durch die Verlängerung des Hebelarmes. Die Kniescheibe bewegt sich in diesem „Gleitlager“ sobald das Bein gebeugt oder gestreckt wird nach oben über den Rand des Oberschenkelknochens hinaus.




Entstehung von Knieschmerzen

Es wurde wissenschaftlich erwiesen, dass ein starker Zusammenhang zwischen Knieschmerzen und einer schwachen Hüfte besteht (Ireland et al., 2003). Dies belegt auch eine weitere Studie, die zeigt, dass sich Knieschmerzen und die damit verbundenen Einschränkungen in der Hüfte sowohl auf die Hüftadduktion, Innenrotation als auch einer Knie-Valgusstellung (Gelenkfehlstellung) auswirken (Mascal et al., 2003).

Eine dritte Studie fand heraus, dass Patienten mit Schmerzen in nur einem Knie auf der Seite des schwachen Knies eine sehr eingeschränkte Kraft im mittleren sowie großem Gesäßmuskel (Gluteus Mediues & Gluteus Maximus) vorweisen konnten (Rowe et al., 2007).

Es wird deutlich, dass eine schwache Hüfte sowie muskuläre Dysbalancen 
mit zu den Hauptursachen für Knieschmerzen gehören.

Zusammengefasst können folgende Ursachen Knieschmerzen auslösen:

  • muskuläre Dysbalancen zwischen rückwärtigen Oberschenkelmuskeln und vorderen Schenkelstreckern
  • Ungleichgewicht zwischen inneren & äußeren Oberschenkelmuskeln,
  • zu schwache Fußmuskeln, die den Unterschenkel verdrehen
  • eine schwache Hüftmuskulatur (innere Verdrehung des Oberschenkels)
  • eine wenig trainierte oder verkürzte Oberschenkelstreckmuskulatur
  • Kniescheibenprobleme wie z.B. ein eingeklemmter oder verschlissener Meniskus
  • Entzündungen des Knorpels unterhalb der Kniescheibe
  • Fehlstellungen wie Valgus, X- oder O-Beine
  • Überpronation im unteren Sprunggelenk
  • einen Bänderriss
  • verkehrter Laufstil bzw. falsche Lauftechnik (zu stark gebeugten Kniegelenken)
  • Übergewicht des Läufers
  • ausgelatschte oder falsche Laufschuhe
  • zu intensives Lauftraining/Übertraining, zu häufige Berg- und Hügelläufe

Was man selbst gegen Knieschmerzen tun kann

Bei akuten Verletzungen des Kniegelenks sollte der Schmerz sofort gestillt und entlastet sowie eine Schwellung unterdrückt werden. Sportlern hilft oft auch eine Trainingspause.



Eine gute Orientierung bietet die PECH-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagern.

Durch Kühlen ziehen sich die Blutgefäße zusammen und verhindern einen möglichen Bluterguss. Hochlagern verringert den Blutfluss und kann mit einem straffen Knieverband zusätzlich stabilisieren.

Sollten Knieschmerzen durch Entzündungen, Reizungen oder Prellungen auftreten, ist es möglich diese mit bestimmten antientzündlichen Sportsalben oder Pflastern zu behandeln.

Um die Behandlung zu unterstützen helfen Enzymtabletten wie zum Beispiel die abschwellende und entzündungshemmende Wirkung des Ananas-Enzyms. Auch Quark-Umschläge weisen eine solche Wirkung auf. Wenn man Schmerzmittel einnehmen will, sollte man darauf achten, dass die rezeptfreien Medikamente zur Klasse der nicht stroidalen Antirheumatika (NSAR) gehören. Hier sind unter anderem Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen vertreten.

Wann ist der Arzt gefragt?

Sportlern wird empfohlen, auch dann zum Arzt zu gehen, wenn das Gehen noch ohne Beschwerden möglich ist. Ein allgemein typisches Alarmsignal ist zum Beispiel, wenn sich das Gelenk wärmer als normal anfühlt, angeschwollen oder gerötet ist. Der Arzt führt dann eine Tastuntersuchung durch, um Schwellungen, Rötungen und Druckschmerzen feststellen zu können. Neben dem Tasten kommt auch das Röntgen zum Einsatz und in besonderen Fällen Kernspinaufnahmen.

Tiefere Wunden oder ein Verdacht auf Gelenkkapsel-Verletzungen, die den Gelenkinnenraum öffnen, sollten dringend vom Arzt untersucht werden. Unbehandelte Infektionen oder Verletzungen des Gelenks können sonst teilweise oder sogar vollständig zum Verlust der Funktion des Kniegelenks führen. Man spricht dann auch von einer Gelenkversteifung. Sollte ein Verdacht auf einen beschädigten Meniskus, Bänder oder Knorpel im Knie bestehen, muss dies auf jeden Fall behandelt werden.

Knieschmerzen und Sport

Sportarten mit abrupten Stoppbewegungen und Richtungswechseln sowie welche bei denen das Knie unter hoher Last gebeugt und gedreht wird, führen häufig zu Knieschmerzen. Darunter fallen zum Beispiel: Fußball, Handball, Hockey oder Skisport. Auch im Kraftsport treten häufig Prellungen, Bänderzerrungen und Schäden an Meniskus oder Kreuzband auf.

Schwimmen kann auch zu Knieschmerzen führen. Durch Drehbewegungen im Kniegelenk, z.B. beim Brustschwimmen, kann das sogenannte Schwimmer-Knie entstehen. Durch Wenden im Becken (Rollwende) bei Leistungsschwimmern werden die Knie ebenso belastet.

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Auch im Wasser gibt es Sportverletzungen wie das Schwimmerknie.

Im Laufsport können Knieschmerzen beim sogenannten Läuferknie auftreten. Es handelt sich um ein Schmerzsyndrom, das durch die Überbeanspruchung des Bewegungsapparates und durch dauerhafte Belastung der Gelenke wie zum Beispiel bei Langstreckenläufen oder Radfahren üblich, entstehen kann. Begünstigt wird die Belastung durch O-Beine.

Knieschmerzen vorbeugen

Ein regelmäßiges und ausgewogenes Training, vor allem der körperlichen Schwachstellen (Füße, Hüftgelenke, Waden, Oberschenkel, Gesäß) ist von besonderer Wichtigkeit. Denn eine gestärkte Muskulatur verleiht dem empfindlichen Gelenk Stabilität und schützt am besten vor Knieschmerzen. Wichtig sind vor allem auch das Aufwärmen und Dehnungsübungen vor einer Belastung.

Für Läufer ist ein geeignetes Schuhwerk Pflicht. Andere Optionen wären außerdem Knieschoner oder Kniebandagen z.B. für Wettkämpfe. Für Läufer mit O-Beinen sind angepasste Einlagen sehr hilfreich.

Zu früh oder zu stark einsetzende Wiederbelastung des Knies kann zu einem so genannten „Verletzungskreislauf“ (injury cycle) führen. Auch ist es nicht zu empfehlen trotz Kniebeschwerden weiter zu trainieren und nur Bandagen umzulegen, die eventuell noch verrutschen und scheuern.

⇒ Das Training nach Knieverletzungen sollte maßvoll wieder aufgebaut werden z. B. als ein Wechsel von Gehen und Joggen.

Übergewichtige Läufer sollten auf alternative Ausdauersportarten wie Radfahren, Walken, Nordic Walking oder Schwimmen (außer im Bruststil) ausweichen und möglicherweise mit einer Reduktionsdiät kombiniert so ihre Knie entlasten.

Läufer, die oft auf Asphaltböden trainieren, sollten ab und zu die Straßenseite wechseln, da Fahrbahnen zum Rand hin leicht geneigt sind. Das könnte dazu führen, dass ein Fuß höher auftritt als der andere und stärker proniert.

Auch im Kraftsport oder im Bodybuilding sind Knieschmerzen nicht zu unterschätzen, besonders bei falscher Übungsausführung. Hier gibt es gezielt Übungen für die Beine wie zum Beispiel die klassischen Kniebeugen.

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Frontkniebeugen: Richtig ausgeführt eine Top-Übung, auch präventiv.

Einbeinige Übungen eignen sich gut zum Aufbau der Oberschenkel. Ein spezielles Beispiel wäre die einbeinige Kniebeuge. Sie stellt eine der besten Übungen dar zur funktionellen Stabilität für Knie und Hüfte. Eine weitere gute einbeinige Übung sind die Bulgarischen Split Squats („Bottoms Up“). Sie trainieren Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur und sind zusätzlich gelenkschonend.


Ein schlau gestaltetes Training kann also schon vor möglichen Knieschmerzen schützen und vorbeugen. Diese Maßnahmen und Übungen sind für jeden geeignet und sollten für einen sportbegeisterten sowie gesundheitsbewussten Menschen als Prävention und Rehabilitation dienen.

Bildquellen: pixabay.com

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4 Gedanken zu „Was tun gegen Knieschmerzen?

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    haben sich als Hausmittel soweit bewährt, dass sie auch in Modernen Kliniken zur Anwendung genommen werden. Aber auch Kräuter sind nicht zu unterschätzen. Ich bin leidenschaftlicher Jogger und habe das Lamaseo Spray immer parat. Das ist das Geheimtipp meine Mama aus ihr Hüftschmerzen Odyssee.

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